Der Preis für Hygieneprodukte
Vielleicht erinnern Sie sich an die Medienberichterstattung über die „rosa Steuer“, die 2015 für Aufregung sorgte. Infolgedessen wurde der Mehrwertsteuersatz für essentielle Hygieneprodukte für Frauen, die bis dahin genauso hoch besteuert wurden wie Luxusprodukte, von 20 auf 5,5 % gesenkt. Dennoch bleibt der Preis für Periodenschutz in Frankreich und weltweit umstritten.
Was ist die „rosa Steuer“ eigentlich?
Der Begriff „rosa Steuer“ wurde geprägt, um den Preisunterschied zwischen Hygieneprodukten für Frauen und denen für Männer zu kennzeichnen. Viele Gruppen und Verbände haben kritisiert, dass die Händler im Damenbereich höhere Preise verlangen: Rasierer, Rasierschaum, Deodorants usw.


















Auch die Preise für die Reinigung und den Friseur wurden heftig kritisiert. Die Pflege von Damenblusen ist systematisch teurer als die von Herrenhemden. Gleiches gilt für Friseure: Für eine Frau mit kurzen Haaren liegt der Preis für eine Haarwäsche und einen Schnitt etwa 50 % höher als für einen Mann. Dabei ist in beiden Fällen der Arbeitsaufwand derselbe.
Obwohl es schwierig sein kann, einen Mitarbeiter in der Reinigung zu bitten, seine Preise konsistent anzupassen, ist es dennoch möglich, geschlechtsspezifisches Marketing zu beeinflussen, indem man einfach die Entscheidungen ignoriert, die er uns aufzwingen möchte. Schließlich, wenn Männerrasierer günstiger sind, warum sollte man dann die in rosa kaufen? Man sollte nie vergessen, dass Verbraucher durch ihre Einkäufe enormen Einfluss haben. Jeder von ihnen sendet eine echte Botschaft an das herstellende Unternehmen und dessen Marketingabteilung.
Eine Mehrwertsteuer von 0 % für Hygieneprodukte?
Die Debatte über Menstruationsarmut wurde kürzlich von einer obdachlosen jungen Frau neu entfacht. Indem sie auf den Mangel an Unterstützung für die Regelversorgung von obdachlosen Frauen hinwies, machte sie auf die finanziellen Schwierigkeiten aufmerksam, die eine viel größere Bevölkerungsgruppe betrifft: Studentinnen, alleinerziehende Mütter oder andere Frauen, die Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen.
Heute setzt diese junge Frau ihren Kampf fort und fordert eine vollständige Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Periodenschutz (Tampons und Binden), zunächst in Frankreich und dann in ganz Europa. Sie nennt als Beispiel einige Länder, die bereits erfolgreich diese Entscheidung getroffen haben: Nigeria, Kenia, Kanada und Australien. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass Frankreich nicht die schlechtesten Bedingungen hat. In Deutschland liegt die Mehrwertsteuer für diese Produkte bei 19 %, und in Ungarn erreicht sie 27 %!
Wäre das jedoch ausreichend? Tatsächlich konnte man bei der Senkung der Mehrwertsteuer im Jahr 2015 feststellen, dass viele Marken für Hygieneprodukte ihre Preise kaum oder gar nicht gesenkt haben. Die Verbraucherinnen konnten also nicht wirklich von dieser neuen Gesetzgebung profitieren, die als Geschenk an die betroffenen Unternehmen wahrgenommen wurde, die einfach ihre Margen erhöht haben. Wenn die Nichtbesteuerung schließlich erreicht wird, müssen zahlreiche Kontrollen durchgeführt werden, um ihre Anwendung zu überprüfen.
Wir stellen uns natürlich eine weitere Frage dazu: Warum sind wiederverwendbare Produkte wie die Menstruationsunterhosen, die Menstruationstasse oder waschbare Binden immer noch mit 20 % besteuert? Diese Produkte haben schließlich genau die gleiche Funktion wie Einweg-Tampons und -Binden: Frauen während ihrer Menstruation zu schützen. Zudem sind sie eine gesunde, ökologische und langfristig wirtschaftliche Alternative. Warum fördert die Gesetzgebung also nicht ihren Zugang und ihre Entwicklung?
Von Emilie














